Vielfältige Aufgaben im Jobcenter Friesland

CDU-Ratsfrauen und Vorstandsmitglieder der Frauenunion Friesland informierten sich vor Ort

Im Bild v.l.n.r.: Manuela Mohr, Carmen Giss, Christel Bartelmei, Renate Janßen-Niemann und Ulrike Klostermann
Im Bild v.l.n.r.: Manuela Mohr, Carmen Giss, Christel Bartelmei, Renate Janßen-Niemann und Ulrike Klostermann

Seit fast einem Jahr ist der Landkreis Friesland als zugelassener kommunaler Träger für die Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II (Hartz IV) zuständig. Dies war Anlass für den Besuch der Frauenunion Friesland bei Fachbereichsleiterin Carmen Giss.

„Das letzte Jahr war nicht einfach, die Software ist immer noch nicht auf dem Stand, wie wir sie gerne hätten", beschreibt sie die schwierige Übergangsphase.

Ihre Mitarbeiter hätten die Doppelbelastung der Reorganisation und der laufenden Vermittlungstätigkeit gut bewältigt. Sie wünscht sich, dass dies auch in der politischen Diskussion Anerkennung findet.

Durch die Umstellung des Jobcenters entstanden in der Verwaltung insgesamt zusätzliche 15 Stellen. Funktionen, wie zum Beispiel Controlling und EDV seien vorher im Verantwortungsbereich der Arbeitsagentur gewesen und müssten nun durch den Landkreis übernommen werden.

Wichtig ist Frau Giss die Vernetzung des Jobcenters innerhalb des Landkreises. So sind die Schuldnerberatung und das Pro-Aktiv-Center unter demselben Dach, regelmäßig werden auch mit dem Familien-Kinder-Service-Büro Betreuungsfragen geregelt. Auch die Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur gestalte sich nach wie vor gut.

Lange Schlangen vor den Büros suchten die Damen der Frauenunion umsonst. „Die meisten Vermittlungsgespräche laufen auf Termin, die Ausnahme bilden sogenannte Eilfälle", so Giss.

Das Job-Center kümmert sich auch um Bildung und Teilhabe. Die Anspruchssteller werden beim Ausfüllen der Formulare unterstützt. Inzwischen ist steigt die Zahl der Anträge nach schleppendem Beginn.

Vor 10 Wochen ist die Werkakademie Namen „AktiviA – Aktiv in Arbeit" gestartet, nach Aussage von Frau Giss bereits mit gutem Erfolg.

Das Jobcenter Friesland will damit Arbeitslose nach niederländischem Vorbild schneller und gezielter zurück ins Arbeitsleben bringen. Zur Seite steht dem Jobcenter Friesland dabei der niederländische Arbeitsmarkt-Experte Dick Vink.

Sofort nach Neuanmeldung ist der Arbeitssuchende verpflichtet, acht Wochen lang viermal pro Woche an einer Gruppenmaßnahme teilzunehmen. Geleitet werden die Gruppen von Berufs-Trainern, die den Arbeitssuchenden helfen sollen, eine neue Stelle zu finden.

Wichtig sei es dabei, den Menschen ein realistisches Bild über ihre Möglichkeiten und Chancen zu geben.

Gerade bei Frauen sei es oft schwierig, sie nach längerer Familienphase oder einer Trennung wieder in das Berufsleben zu integrieren. Carmen Giss und die Frauenunion werden zu diesem Thema weiter im Gespräch bleiben. „Gerade Frauen haben durch ihre zumeist unterbrochenen Erwerbsbiographien ein hohes Risiko der Altersarmut. Bei den aktuellen Rentnerinnen greift meist noch die Versorgungsgemeinschaft der Ehe. Bereits die Generation der heute 40 bis 50-jährigen kann sich darauf nicht mehr verlassen", betont Frauenunionsvorsitzende Christel Bartelmei.

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