CDU Kreisverband Friesland

Die Mitte der Gesellschaft ist aufgestanden - und jetzt?

(v.l.) Bruno Kasdorf (Vorsitzender CDU-Jever), Katharina Jensen MdL, Anne Janssen MdB bei der Kundgebung in Jever(v.l.) Bruno Kasdorf (Vorsitzender CDU-Jever), Katharina Jensen MdL, Anne Janssen MdB bei der Kundgebung in Jever

Für uns als CDU ist klar: Extremismus in jeder Form muss konsequent entgegengetreten werden. Rechtsextreme-Fantasien wie die „Remigration“ und millionenfache Deportation von Ausländern und angeblich nicht assimilierter deutscher Staatsbürger dürfen keinen Platz in unserer Gesellschaft haben.

Auch wir haben daher auf der heutigen Kundgebung in Jever zusammen mit unserer Bundestagsabgeordneten Anne Janssen, unserer Landtagsabgeordneten Katharina Jensen und vielen Mitgliedern unser Gesicht gezeigt, um für Demokratie und gegen Extremismus in jeder Form zu protestieren.

Die CDU in Friesland begrüßt ausdrücklich die vielen Proteste und Demonstrationen gegen die AfD. Diese sind Zeichen und Ausdruck dafür, dass eine große Mehrheit in unserem Land fest an die grundlegenden Werte von individueller Freiheit und Rechtsstaatlichkeit glaubt und auf deren Einhaltung besteht.


Immer mehr Bürgerinnen und Bürger wehren sich gegen den offenen
Rechtsextremismus aus Reihen der AfD. Auch der CDU Kreisverband Friesland stellt sich entschieden gegen jegliche Form des Rechtsextremismus. Das Konzept der Remigration ist entsetzlich und menschenverachtend. Es greift die Grundfeste unseres freiheitlich-demokratischen Rechtsstaates an und widerspricht unserem christlichen Menschenbild zutiefst.


Deshalb braucht es für uns Christdemokraten keine Diskussionen um Brandmauern. Für uns ist klar, dass die menschenverachtende Weltsicht in großen Teilen der AfD nicht akzeptabel ist und keinerlei Alternative darstellen kann. Denn außer der Beschreibung von Problemen habe diese Partei nichts anzubieten als Abgrenzung, Isolierung und eine Ideologie, die in letzter Konsequenz zum Verlust vieler Werte und Rechte unseres
Grundgesetzes führen würde. Es ist ein beruhigendes Zeichen, dass die Mitte der Gesellschaft das offenbar genau so sieht.

 

Ebenso wenig hilft eine Verengung der demokratischen Diskussion. Immer wieder werden missliebige politische Meinungen pauschal als „rechts“ gebrandmarkt. Das ließ sich auch bei den deutschlandweiten Protesten der Landwirte in der vergangenen Woche beobachten.

Anstatt die Anliegen der friedlich demonstrierenden Landwirte ernst zu nehmen, wurden sie von vielen Politikern und Medien in die „rechte Ecke“
gestellt. Auf diese Weise wird die demokratische Diskussion verengt. Das erlaubt Extremisten Themen zu besetzen, die andere politische Kräfte nicht mehr zu thematisieren wagen.

 

Auch bürgerliche Parteien und Politiker werden von linken Aktivisten immer wieder in die Nähe von Radikalen, „Nazis“ oder Faschisten gerückt, wenn sie politische Probleme offen ansprechen. Diese Argumentation relativiert die furchtbaren Verbrechen von Nationalsozialismus und Faschismus, diskreditiert die bürgerliche Mitte und spaltet das demokratische Lager, das in der Auseinandersetzung gegen Extremisten gerade jetzt geeint sein sollte.

 


Für die CDU ist klar: Politischem Extremismus muss konsequent entgegengetreten werden. Wir wehren uns zudem entschieden gegen jegliche Relativierung von Extremismus. Während die AfD die Gefahr des Rechtsextremismus herunterspielt, verharmlost die „Linke“ die Gefahren linksextremer Gruppen wie etwa der autonomen Antifa.

 


Die Mitte der Gesellschaft ist nun aufgestanden und sichtbar geworden. Doch stellt sich nun zwingend die Frage „und jetzt?“
Die Demonstrationen der letzten Wochen können nicht Ende, sondern müssen Anfang einer Entwicklung sein. Das millionenfache Engagement auf den Straßen unseres Landes hat gezeigt, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger eine Politik wünschen, die eben nicht ausgrenzt, isoliert und auf Vorurteile setzt. Auf der anderen Seite bedeutet das eben auch, dass sich die Menschen in großen Teilen eine andere Politik wünschen.

 


Es ist an allen demokratischen Parteien, diesen Ruf jetzt zu hören und zu verstehen. Wir als Parteien müssen Probleme nicht nur beschreiben, sondern konkrete Lösungen erarbeiten und bei den Bürgerinnen und Bürgern darum werben. Wir dürfen uns nicht in die Gefangenschaft von scheinbaren Gewissheiten begeben, die andere Perspektiven zu einem konkreten Thema ausblenden.

Um es klar zu sagen: Die demokratischen Parteien müssen liefern und untereinander frei von ideologischen Gedankengefängnissen sprech- und kompromissfähig bleiben. Und diese Kompromisse haben eben nicht
politischen Idealvorstellungen, sondern der Lebenswirklichkeit der Bürgerinnen und Bürgern zu entsprechen.

 

In einer Zeit, die von alle Gesellschaften Veränderung verlangt, ist es nicht die Aufgabe von Politik, den Menschen Angst zu machen. Es ist unsere Aufgabe, eine positive Idee von der Zukunft zu entwerfen und den Weg zu ebnen. Es nützt niemandem, in der Sache vielleicht Recht zu haben, dabei aber den Kontakt zur Gesellschaft zu verlieren.
Diesen Prozess beobachten wir seit einiger Zeit und sehen darin letztlich auch eine Ursache für die Tendenz, sich scheinbar einfachen Antworten auf komplexe Probleme zuzuwenden. Dass diese Entwicklung geeignet ist, unseren demokratischen und freiheitlichen Konsens in Frage zu stellen, konnten wir in den letzten Monaten leiderbeobachten.

 

Es ist aber eben zu kurz gesprungen, die politischen Parteien jedweder Ebene zu kritisieren. Die Demokratie ist eben kein Dienstleister für das eigene Glück, der zu liefern hat. Unabhängig von Engagement und Bindung an eine Partei, ist jeder Bürger aufgerufen, sich für diese Demokratie zu engagieren.

 

Ohne Demokraten keine Demokratie. Und so beginnt das demokratische Engagement beim Handeln eines jeden einzelnen Menschen in unserem Land. In der Familie, der Nachbarschaft, im Verein, am
Arbeitsplatz. Und eben auch im öffentlichen Raum wie beispielsweise in den sozialen Medien.